Die Parodontitis, umgangssprachlich auch Parodontose, ist die Entzündung des Zahnhalteapparates und die häufigste Ursache für Zahnverlust bei Erwachsenen.
Hauptursache für entzündliche Zahnfleischerkrankungen sind Bakterien, die sich in Zahnstein oder anderen Zahnbelägen finden. Werden diese nicht regelmäßig vollständig entfernt, führt es zur lokalen Zerstörung von Gewebe und Knochen. Da dieser Prozess auch über Jahre ohne Symptome verlaufen kann, wird es häufig von Patienten erst bemerkt, wenn die Zähne gelockert sind oder die Kaufunktion gestört ist. Im schlimmsten Fall droht der Zahnverlust, da in diesem Stadium die therapeutischen Möglichkeiten oft limitiert sind.
Die Therapie im Überblick
- Zunächst erfolgt in der ersten Sitzung eine professionelle Zahneinigung mit eingehender Mundhygieneunterweisung, der Erstellung des Röntgenstatus und des Parodontalstatus (Ausmessen aller Taschentiefen eines Zahnes) sowie vereinzelt bei Verdacht auf Besiedelung mit besonders aggressiven Bakterien auch die Durchführung der mikrobiologischen Diagnostik zum Keimnachweis.
- Anschließend erfolgt die Reinigung und Glättung der Zahnwurzeloberflächen mit Hand- und Ultraschallinstrumenten. In Kombination mit der Anwendung eines Mund-Rachen-Antiseptikums oder der gezielten antibiotischen Behandlung (nach der mikrobiologischen Diagnostik) kommt es zur Eliminierung der pathogenen Keime (Full Mouth Desinfection) und die Parodontitis kann gestoppt werden.
- Um dauerhaft eine bakterielle Rückbesiedelung der Taschen zu verhindern, muss im Anschluss unterstützend ein individuelles Prophylaxekonzept erstellt werden. Wird bei der Bewertung des Behandlungserfolges drei Monate später keine vollständige Ausheilung aller parodontalen Taschen festgestellt, muss ggf. durch gezielte lokale, chirurgische Eingriffe ein hygienefähiger Zustand des betroffenen Zahnes erreicht werden.
Die Wahrscheinlichkeit, dass gesunde Verhältnisse dauerhaft erhalten bleiben, hängt nicht nur vom Schweregrad der Parodontitis, sondern ganz entscheidend von der konsequenten Mitarbeit des Patienten ab.